Selbstverständnis

Baugemeinschafts- und Wohnprojekte helfen den Dresdner Bürger/innen – von jungen Familien bis zu Singles und Paaren 50plus – ihre Wohnwünsche zu realisieren, sich ein Umfeld in selbstgewählter Nachbarschaft zu gestalten und dabei soziale, ökonomische und ökologische Lösungen zu finden, die den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung entsprechen. Gemeinschaftliche Bau- und Wohnprojekte binden deren Bewohner/innen an ihren Wohnort und tragen zur Lebendigkeit und Stabilisierung von Stadtquartieren bei. Damit werden Altbauten neu genutzt und innerstädtischen Brachen bebaut. Die Selbstnutzer/innen engagieren sich für Architekturqualität, für nachhaltige Bauweise und ein ansprechendes Wohnumfeld und bringen sich aktiv in die Entwicklung des Stadtteils ein. Gemeinsame Wohnformen sind eine mögliche Antwort auf eine sich verändernde Gesellschaft. In einer Zeit, die durch Individualisierung, demografischen Wandel, Veränderung der Familienstrukturen und die Veränderung sozialer und ethischer Werte gekennzeichnet ist, stellen sie einen Gegenentwurf zur Vereinzelung dar. So ergänzen sich die persönlichen Vorteile der Bewohner/innen mit den Vorteilen für die Gesellschaft.

Hintergründe und Zielstellung
Im Netzwerk verbinden sich Initiativen und Institutionen, die gemeinschaftliches Bauen und das Entstehen neuer Wohnformen in Dresden initiieren bzw. professionell begleiten. Die Initiator/innen unterstützen damit eine hohe Wohnvielfalt und hohe Wohnqualität für Dresdner Bürger/innen verbunden mit Zukunftssicherheit durch langfristig überschaubare Wohnkosten und gute nachbarschaftliche Verhältnisse.

Schwerpunkte sind:

  • Projekte insbesondere innerstädtischen Bauens und Wohnens für Selbstnutzer/innen, die gestalterischen und ökologischen Anspruch zu angemessenen Preisen verbinden oder erhaltenswerte Bestandsgebäude sanieren und modernisiert.
  • Wohnprojekte, die in unterschiedlichen Eigentumsformen Modelle gemeinschaftlichen Wohnens ggf. mit einer Erweiterung auf weitere Lebensbereiche (u.a. gemeinsames Arbeiten, auf Kultur, Bildung und/oder Gesundheit) realisieren.

Die Initiativen und Institutionen schaffen sich mit dem Netzwerk eine gemeinsame Interessenvertretung mit folgender Zielstellung:

  • gemeinsam eine bessere Akzeptanz und Unterstützung von Politik, Verwaltung und Immobilieneigentümern für gemeinschaftliches Bauen und neue Wohnformen zu erreichen
  • ökologisches und nachhaltiges Bauen und Leben in der Stadt zu fördern, u.a. durch die Initiierung weiterer Projekte
  • die Öffentlichkeit für die wachsende Vielfalt von Wohn- und Lebensentwürfen unter dem Leitbild „Wohnen – Arbeiten – Kultur – Bildung – Gesundheit“ aufzuschließen
  • mittelfristig die Erstberatung (auch mit einem Fokus auf die Prozessbegleitung) von Projektinitiativen und Bürger/innen durchzuführen, die in Eigeninitiative gemeinschaftliche Projekte entsprechend der Schwerpunkte realisieren wollen
  • Beteiligung und Eigenverantwortung der Bewohner/innen im Bereich Stadtentwicklung und soziale Beziehungen zu fördern

Unter „innerstädtischem Wohnen“ ist insbesondere das Stadtgebiet Dresden zu verstehen. Es geht um urbane, integrierte Standorte und nicht um das Bauen und Wohnen auf der grünen Wiese, dass u.a. neue Erschließungsinfrastruktur nötig macht. Akteure aus den Umlandgemeinden können ebenfalls Mitglied werden, auch wenn der Fokus des Netzwerkes nicht darauf liegt.


Wie arbeitet das Netzwerk?

Das Netzwerk arbeitet unter dem Dach der Lokalen Agenda 21 für Dresden e.V., Ansprechpartnerin ist deren Geschäftsführerin Frau Julia Leuterer.

Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, um aktuelle Arbeitsschwerpunkte festzulegen, gemeinsame Aktionen vorzubereiten und die Öffentlichkeitsarbeit abzustimmen.
Ziele und Arbeitsweise können im weiteren Verlauf entsprechend den praktischen Erfordernissen präzisiert, ergänzt oder geändert werden, wenn die Mehrzahl der Mitglieder das befürwortet.

Das Netzwerk ist offen für neue Mitglieder, die sich mit dem Selbstverständnis des NWID identifizieren können und beruflich oder ehrenamtlich auf dem Gebiet der Entwicklung von Baugemeinschafts- und Wohnprojekten oder als Interessenvertreter/innen von relevanten Gruppen tätig sind. Über die Neuaufnahme von Mitgliedern entscheidet eine Dreiviertelmehrheit.

Gründungsmitglieder:

  • Architekturbüro Homilius / Stefan Homilius
  • AWIG – Verein für Gemeinschaftliches Wohnen e.V. / Beate Mostefai
  • bauforum dresden e.V. / Marion Kempe
  • caveo – neue Ideen für eine neue Zeit / Uwe Werner, Patrick Friedrich
  • Friederike Beier / Supervisorin
  • Lokale Agenda 21 für Dresden e.V. / Silke Sesterhenn
  • Netzwerk Nachhaltig Bauen Dresden / Dr. Ursula Unger
  • Quartier Friedrichstadt e.V. / Tom Umbreit
  • STESAD GmbH / Axel Walther

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